Jedes bißchen Achtung vor der Natur ist uns abhanden gekommen,                          wir treiben Raubbau mit ihr.   


Die Natur ist nämlich nicht ganz so einfach zusammengesetzt wie eine Taschenuhr.


Schwächen wir die Natur, so schwächen wir uns;  

morden wir sie, so begehen wir Selbstmord. 


Die Naturschutzbewegung ist ein Kampf für die Gesunderhaltung des gesamten Volkes.  


Hermann Löns am 1. Februar 1913



Lernen Sie

Hermann Löns (1866 - 1914)

anlässlich seines 156. Geburtstags am 29. August 2022 für das 21. Jahrhundert 

ganz neu kennen!



Aktuelle Neuerscheinung                                                                                        zum Internationalen Tag der Artenvielfalt am 22. Mai 2022:

Band 16 (2022)                                                                                                „Mit der Tierwelt geht auch die Menschheit unter.“
Karl Wartenburg und Hermann Löns als Propheten des globalen Artensterbens und Pioniere des Artenschutzes 1874 - 1914   

246 S. mit 48 Abbildungen und 2 Original-Zeichnungen von Löns        Eleganter Glanz-Paperback 20 cm x 13,5 cm                                            ISBN 978-3-946366-86-7                                                                              29,80 Euro

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Heute weitgehend unbekannt ist, dass der thüringische 1848er Revolutionär Karl Wartenburg (1826 - 1889) schon 1874 in Gera in einer Art „Artenschutz-Manifest“ vor dem globalen Artensterben gewarnt und prophezeit hat, dass „mit der Tierwelt auch die Menschheit untergehen wird“.
Wartenburg identifizierte früh die Jagd auf Vögel, Bisons, Elefanten, Wale und heimische Säugetiere (u.a. Biber und Wolf), die Vernichtung ihrer Biotope, die Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft und bei den Fischen die Vergiftung und Aufheizung von Flüssen als Hauptursachen des Artenrückgangs und befürchtete schon bald einen „Stummen Frühling“.
30 Jahre danach musste in Hannover der Wahl-Niedersachse Hermann Löns (1866 - 1914) 1905 in „Die Gefährdung unserer Tierwelt“ feststellen, dass sich an den damaligen Gefährdungsursachen nichts verändert hatte und noch neue Gefährdungen wie das Sammeln von Vogeleiern, Schmetterlingen, Amphibien und Reptilien, die großflächige Vergiftung von Feldhamsterbauten sowie der Massentourismus und vor allem die Nivellierung der Landschaft durch Flurbereinigung („Verkoppelung“) und Begradigungen von Bächen hinzugekommen waren.
Löns forderte deshalb früh eine nachhaltige Jagd, Forst- und Landwirtschaft und den besonderen Schutz u.a. von Biber und Wiesel sowie einen Stopp des „Hasenmassenmordes“ und der barbarischen Tötung des Eisvogels sowie zahlreicher weiterer als „schädlich“ diskriminierter Vogelarten. Nur in der Ausweisung großflächiger Nationalparks (Naturparks) wie der Lüneburger Heide und dem Harz sah er eine Möglichkeit, diese Naturräume mit ihrer Tierwelt für kommende Generationen dauerhaft zu erhalten.
Ein Leben lang bis zu seinem Soldatentod 1914 engagierte Löns sich in zahlreichen Essays, Sachartikeln, Natur- und Tiernovellen für den Arten- und Naturschutz. Früh kritisierte er die geringen Möglichkeiten des staatlichen Naturschutzes, der nur singulär und nicht ganzheitlich agieren würde. Löns war ebenfalls derjenige, der die damalige Natur- und Heimatschutzbewegung um Ernst Rudorff, die sich noch primär auf den konservativen Erhalt von Bau- und Naturdenkmälern fokussierte, nicht nur ökologisierte, sondern auch für den Artenschutz und vor allem für den Schutz auch weniger populärer Tierarten wie Amphibien und Reptilien sensibilisierte. Denn: „Die Natur ist nämlich nicht ganz so einfach zusammengesetzt wie eine Taschenuhr.“
Die Folgen der anthropogenen Naturzerstörung waren für Löns nicht nur ökologische und landschaftsästhetische, sondern er bewertete sie auch bemerkenswert früh umweltpsychologisch und umweltsoziologisch als negativ für den einzelnen Menschen und die gesamte Gesellschaft, da der Verarmung der Tierwelt im kollektiven Bewusstsein eine „Verarmung der Volksseele“ folgen würde und „so kahl wie die Landschaft auch das Gemüt des Menschen werde“.
Nur in einer fortschrittlichen Naturschutzgesetzgebung und der Umweltpädagogik, die er selbst als narrative Didaktik in seinen zahlreichen Natur- und Tiernovellen vor allem für die Jugend umsetzte, sah er nachhaltige Instrumente für einen erfolgreichen Arten- und Naturschutz. Denn: „Die Natur ist unser Jungbrunnen. Schwächen wir sie, so schwächen wir uns, morden wir sie, so begehen wir Selbstmord.“

Inhalt:
Zum historisch-ökologischen Geleit
Genese der Naturschutzbewegung in Deutschland 1874 - 1905
Gefährdete Tierarten und Ursachen des Artensterbens bei Karl Wartenburg und Hermann Löns 1874 - 1914
Frühe ethische, umweltsoziologische und ökonomisch-ökologische Begründung des Artenschutzes
Von Friedrich Schillers Naturempfinden 1795 zu Hermann Löns´ Umweltpsychologie der „Volksseele“ 1905
Hermann Löns – ein Leben für den Naturschutz 1894 - 1914
Hermann Löns´ Naturschutzlyrik
Gründungsdokumente des Artenschutzes:
1874 Die Arche Noah in tausend Jahren
1905 Die Gefährdung unserer Tierwelt
Literatur vor 1914
Sekundärliteratur

 



Beiträge zur Hermann Löns Forschung 

                       ISSN 2629-7884     

In der anlässlich seines 105. Todestages am 26. September 2019 gestarteten neuen Buchreihe, den unregelmäßig erscheinenden „Beiträgen zur Hermann Löns Forschung“, werden in der Sekundärliteratur bisher nicht oder nur ungenügend behandelte Aspekte zu Leben und Werk von Hermann Löns sowie von ihm bisher noch nicht in Buchform veröffentlichte Texte erstmals publiziert.

In kürzester Zeit hat sich die neue Buchreihe mit bereits 16 publizierten Bänden zu der bedeutendsten Forschungsreihe zu Hermann Löns entwickelt, die auch Abonnenten im deutschsprachigen Ausland, in Frankreich, England und den USA hat und deren Bände in mehr als 40 Staats-, Landes- und Universitätsbibliotheken des In- und Auslandes geführt werden, darunter an 20 US-Universitäten (u.a. Harvard, Princeton, Stanford) und die bedeutende Bibliothek des US-Kongresses (Library of Congress) in Washington.

Manuskripte bitte nach telefonischer Rücksprache direkt an Herausgeber Detlef Münch (Tel. 0231-7519463 oder 0174-5826529).        


Band 1 (2019)                                                                                              Der missbrauchte Löns im Nationalsozialismus        

Die politische Vereinnahmung von Hermann Löns                      durch die Nationalsozialisten 1923 - 1945.                                            410 Seiten mit 150 Abbildungen                                                        Bibliophile Hardcover-Ausgabe mit Leseband                                    ISBN 978-3-946366-71-3                                                                    49,80 Euro 









Inhalt:  

Der missbrauchte Löns                                                                

Vorspuk: Der Wehrverband „Wehrwolf“                                

Hermann Löns, die Wolfsangel und das Hakenkreuz         

Hermann Löns im Spiegel „seines“ Gedenkbuches          

Hermann Löns und Walther Darré                                            

Hermann Löns und Alfred Rosenberg                                

Hermann Löns und Bernhard Rust                                        

Hermann Löns und Joseph Goebbels                                  

Hermann Löns und Adolf Hitler                                              

Hermann Löns und Hermann Göring                                    

„Kraft durch Freude“ mit Hermann Löns                           

Hermann Löns und Heinrich Himmler                              

Nachspuk: „Der Wehrwolf“ im Weltkrieg                         

NS-Mythos Löns  



                          

Band 2 (2020)                                                                                  Kommentierte und illustrierte Bibliographie                                  der Bucherstausgaben der 540 Erzählungen von Hermann Löns 1901 - 2020

150 S. mit 17 farbigen und 70 s/w Coverabbildungen und Text-illustrationen der Vorkriegsausgaben.                                                3. überarbeitete, erweiterte und aktualisierte Auflage 2020            Eleganter Glanz-Paperback 20 cm x 13,5 cm                                        ISBN 978-3-946366-72-0                                                                          29,80 Euro









 

Band 3 (2020)                                                                                        Der utopische Löns

Die gesellschaftskritischen, politischen & ökologischen Prophe- zeiungen von Hermann Löns 1890 - 1914 für das 21. Jahrhundert    224 S. mit 24 Abbildungen und 2 Original-Zeichnungen von Löns  Eleganter Glanz-Paperback 20 cm x 13,5 cm                                        ISBN 978-3-946366-73-7                                                                          29,80 Euro

Erstmals werden die visionären Antizipationen von Löns´ in seinem Gesamtwerk seit 1890 zu negativen gesellschaftlichen, politischen und ökologischen Entwicklungen, von denen er zahlreiche oft satirisch, aber dennoch recht prophetisch und gesellschaftskritisch für die Mitte des 20. Jahrhunderts und das frühe 21. Jahrhundert vorausgesehen hat, umfassend analysiert.

Mit seiner frühen Kritik am „Konsumzeitalter“ und dem profit- und konsumorientierten American way of life sowie seinen Maximen „Zukünftig wird es nicht mehr darauf ankommen, daß wir überall hinfahren können, sondern ob es lohnt, dort noch anzukommen“ und „Die Natur ist unser Jungbrunnen; schwächen wir sie, so schwächen wir uns, morden wir sie, so                                                                                                begehen wir Selbstmord“, ist Löns heute aktueller denn je. 

Inhalt:

Hermann Löns – der Utopist als Prophet                             

Frühe utopische Lyrik

Utopische Humoresken 1894 – 1903                            

Essays zur utopischen Literatur                                              

Ökologische Antizipationen 1903 – 1913                              

Späte Utopien 1908 – 1914

Hermann Löns als „Künder des III. Reiches“?

Lönsutopische Erzählungen:  

 1894 Tabak- und Biersorgen

 1896 Die Fahrradsteuer

 1898 Aus einem Zukunftsvortrage

 1898 Elektrisch

 1899 Die Gesundbeterin

 1900 Lex Heinze 2000

 1902 Flüsterverbot

 1903 Die Lustbarkeitssteuer

 1903 Solche und so´ne Naturfreunde

 1905 Jules Verne †

 1905 H. G. Wells – Der Utopist als Prophet

 1908 Das Licht auf der Heide

 1911 Der Überjäger im Jahre 1999

 1911 Der Antichrist (Entwurf)

 1914 Der Herr der 7 Dörfer 




Band 4 (2019)                                                                                              Zur Genese des "Wehrwolf" von  Hermann Löns 1904 - 1909        172 S. mit 50 Abbildungen                                                                  und Faksimiles aus dem Original-Manuskript von 1909                    Eleganter Glanz-Paperback 20 cm x 13,5 cm                                        ISBN 978-3-946366-74-4                                                                          29,80 Euro









Vor 110 Jahren schrieb Hermann Löns seinen später mit mehr als 1,1 Millionen verbreiteten Exemplaren erfolgreichsten Roman „Der Wehrwolf“, dessen Manuskript er am 20. November 1909 abgeschlossen hatte. 

„Wehrwolf“ ist ein 1909 von Hermann Löns kreiertes kompositorisches Kunstwort für den, in dem 1910 erschienenen gleichnamigen Roman, aufgeführten fiktiven Bauernführer Harm Wulf (= Wolf), der sich im 30-jährigen Krieg 1623 - 1648 in der Heide westlich von Celle in einer Selbstschutzorganisation mit dem ebenso fiktiven Namen „Wehrwölfe“ zum Schutz der Höfe und Familien gegen die Grausamkeiten der Soldaten und Marodeure zur Wehr setzt. Ihr Symbol ist eine seit dem Mittelalter real als Hausmarke genutzte, aufrechtstehende Wolfsangel ohne Querstrebe, die in Bäume eingeritzt wird, sowohl als Warnzeichen vor einer versteckten Wolfskuhle, als auch zur Mahnung an Birken, an denen sie die Verbrecher aufhängten. 

Erstmals wird nun die teilweise dramatische Entstehungsgeschichte des Romans 1904 - 1909, der bei Löns zu einem Nervenzusammenbruch führte, mit zahlreichen Faksimiles aus dem Originalmanuskript, das Löns in nur 3 Wochen seit dem 1. November 1909 in Bückeburg fertigstellte, durch persönliche Briefe und Aussagen dabei involviert gewesener Personen umfassend beschrieben.

Die Verlagsgeschichte 1909/10 wird durch den umfangreichen Briefwechsel mit seinem Verleger Eugen Diederichs dokumentiert und novellistische Vorarbeiten sowie lokalgeschichtliche Einflüsse werden untersucht.

Der Ursprung des Wehrwolf, der in Löns´ Jagdgebiet um den Wietzenbruch spielt, fällt in das Jahr 1904 mit seinen Aufenthalten im Bebertal bei Barbis und Scharzfeld im Südharz, einem seit dem Bauernkrieg um 1413 entvölkerten Landstrich. Als auslösendes Momentum gilt hingegen der Besuch des Ringwalls in Burg bei Altencelle mit Hanna Fueß, der `Muse des Wehrwolf´,  am 1. Oktober 1909.

Literarische Einflüsse konnten neben den bisher bekannten von Grimmelshausen, Willibald Alexis und Gustav Freitag auch in Romanen 1906 - 1909 von Luise Reischauer, Lulu von Strauß und Torney sowie Bruno Wille ausgemacht werden.

Doch hatte „Der Wehrwolf“ kein literarisches Vorbild und steht bis heute einzigartig in der deutschen Literatur da, wenn auch der belesene Löns bewusst oder unbewusst einigen Werken Inspirationen zu verdanken hat.

Zudem wurden wichtige Aussagen von Löns selbst über den Wehrwolf recherchiert, den er als historisches „Zeitbild und seelische Entwicklung eines Bauern“, der die „Erklärung für die rücksichtslose Härte und schonungslose Selbstsucht des deutschen Bauerntums“ geben sollte, charakterisierte, sodass er schon im November 1909 an seinen künftigen Verleger geschrieben hatte: „Parteipolitische und religiöse Tendenzen enthält der Roman nicht.“ 




Band 5 (2020)                                                                                          110 Jahre "Der Wehrwolf" und seine Folgen I             

Rezeption von Literaturwissenschaft, Kunst und Politik 1910 - 1945  380 Seiten mit 150 Abbildungen                                                  Bibliophile Hardcover-Ausgabe mit Leseband                                  ISBN 978-3-946366-75-1                                                                    49,80 Euro 

Inhalt:                                                                                                           Vorspuk: Hermann Löns über den Wehrwolf                                        1910 - 1913 Die zeitnahe Rezeption                                                        1914 - 1918 Weltkrieg I                                                                              1919 - 1932 Weimarer Republik                                                                1922 - 1933 Wehrwolf-Zeitschriften und -Verbände                            1921 - 1935 Wehrwolf-Epigonen                                                              1933 - 1939 Nationalsozialismus                                                              1939 - 1945 Weltkrieg II                                                                            Nachspuk: NS-Mythos Wehrwolf                                                                                                                                                  Auflagen und Verkaufszahlen       


Vor 110 Jahren am 15. November 1910 erschien Hermann Löns (1866 - 1914) später mit mehr als 1,1 Millionen verbreiteten Exemplaren erfolgreichster Roman, „Der Wehrwolf. Eine Bauernchronik“. Der zu Lebzeiten Löns´ euphorisch rezensierte „Wehrwolf“ wurde als „einzigartiges neues und zukunftsträchtiges historisches, realistisches, kraftvolles und inhaltlich überzeugendes Kunstwerk“ und als „ein modernes deutsches, männliches, antidekadentes, originales Volksepos“ u.a. von Hermann Hesse gewürdigt.

Nach Löns´ Soldatentod am 26. September 1914 beginnend im 1. Weltkrieg wurde der historische Roman über den 30-jährigen Krieg zunehmend politisch instrumentalisiert, wofür der innerlich zerrissene Löns, der 1909 noch parteipolitische und religiöse Tendenzen des Romans verneint hatte, durch 1912 und 1914 getätigte martialische Aussprüche eine Mitverantwortung trägt.

Das 50. Jubiläumstausend Ende 1918 wurde hingegen vom Verlag noch als pazifistisches Buch auf „Friedensbütten“ angepriesen.

Doch von 1923 - 1933 bezeichnete sich sogar ein nationaler antidemokratischer, staats- und verfassungsfeindlicher Wehrverband als „Wehrwolf“, sang „Wehrwolflieder“, organisierte eine „Wehrwolfhilfe“, baute Wehrwolfheime“ und einen „Wulfshof“ und missbrauchte Löns´ Sinnsprüche. Biographen und Löns´ jüngster Bruder Ernst Löns schrieben den Romantitel zu dieser Zeit deshalb auch konsequent ohne „h“ als „Werwolf“. Doch auch eine parteiunabhängige Jugendorganisation, der Jungnationale Bund, der 1934 Widerstand gegen das NS-Regime leistete, benannte seine Verbandszeitschrift als „Wehrwolf“.

Der auch von einigen Künstlern wie Walter Klemm, Hermann Rothgaengel, Elisabeth Voigt und Hans Pape illustrierte „Wehrwolf“ wurde von Käthe Kollwitz und ihrer Meisterschülerin Elisabeth Voigt als Antikriegs- und Frauenroman geschätzt und entwickelte sich in der Weimarer Republik zu einem Bestseller mit einer Gesamtauflage bis 1932 von fast 400.000 Exemplaren.

Seit den 1920er Jahren wurde das Wehrwolf-Motiv in neuen Romanen über den 30-jährigen Krieg wie von Will-Erich Peukert und Friedrich Griese sowie auch in eine andere Kriegszeit verlegte wie von Ernst Schmitt und Josefa Berens-Totenohl plagiiert. Letztere machte in ihrem Doppelroman 1934/35 über „Der Femhof“, der eigentlich „Wulfshof“ heisst und von einer Art Ahnherrin des Harm Wulf, der Magdlene Wulf, geführt wird, deutliche wehrwölfige Anleihen an Löns ohne auch nur in die Nähe seines literarischen Niveaus zu reichen.  

Im NS-Regime wurde der Wehrwolf wie auch Löns selbst, der 1935 sogar noch vorsätzlich als Jude „verleumdet“ wurde,  zunächst sehr ambivalent und äußerst kontrovers beurteilt, sodass ein mit Unterstützung durch Walther Darré geplanter Wehrwolf-Film von Goebbels Ende 1934 noch verboten wurde. Trotzdem schaffte der „Wehrwolf“ es durch Protegierung einflussreicher Löns-Bewunderer 1934 wie Alfred Rosenberg und den Reichserziehungsminister Bernhard Rust in die „Liste der ersten hundert Bücher für nationalsozialistische Büchereien“.

Löns´ Symbol und das der fiktiven Wehrwölfe im Roman, die jahrundertealte Wolfsangel, fand schon seit 1923 eine weite Verbreitung u.a. in Jugendverbänden und Sportvereinen und wurde seit 1933 für die Deutsche Kinderschar, Wehrmachts- und SS-Einheiten verwendet.

Erst 1936 fand der „Wehrwolf“ auch Eingang in den NS-Schulunterricht und seit 1941 wurde er dann in zahlreichen Sonderausgaben (u.a. einer „Dr. Goebbels-Spende für die deutsche Wehrmacht“) verbreitet, folgte den Eroberungszügen der Wehrmacht in den besetzten Gebieten nach und avancierte so im 2. Weltkrieg zum meistgelesenen und meistübersetzten deutschen Roman in Europa.

Obwohl eher als ein Widerstandsroman gegen das ähnlich wie die Soldateska im 30-jährigen Krieg entmenschlichte NS-Regime geeignet, sollte der Roman seit Herbst 1944 mit zusätzlichen Sonderausgaben vom SS-Wirtschaftshauptamt, der „Organisation Todt“ und der NSDAP-Parteikanzlei – völlig irrational – auch noch zur Durchhaltelektüre im Bombenkrieg an der Heimatfront dienen.

Zum Kriegsende im April 1945 führte Löns´ „Wehrwolf“ zudem noch zur Verwechslung mit der im September 1944 gegründeten SS-Mordorganisation „Werwolf“ – was von den Nationalsozialisten noch Anfang 1945 gar nicht beabsichtigt gewesen war. 

Heute hat der „Wehrwolf“ sogar eine transhistorische Bedeutung als der in 3 deutschen Staatsformen mit Kaiserreich, Republik und Diktatur sowie 2 Weltkriegen erfolgreichste deutsche Roman und ist nicht zuletzt auch aufgrund der unzähligen, zeitereignisbedingt höchst unterschiedlich gestalteten Buchausgaben ein beeindruckendes zeitgeschichtliches Zeugnis, wie nicht nur die stets systemimmanente Rezeption des Romans, sondern ebenfalls seine Buchkunst die wechselvolle deutsche Geschichte von 1910 - 1945 widerspiegelt.




Band 6 (2020)                                                                                            Wehrwolf-Novellen aus dem Harz und der Haide                              Löns´ 11 Wehrwolf-Novellen 1902 - 1913, die als Prodromi und Epiloge zu seinem Roman gelten können, erstmals mit seiner 13-teiligen Wehrwolf-Lyrik 1906 - 1911 gesammelt und nach den Zeitungs-Erstveröffentlichungen original transkribiert.     

200 S. mit 20 Abbildungen                                                                  Eleganter Glanz-Paperback 20 cm x 13,5 cm                                      ISBN 978-3-946366-76-8                                                                        29,80 Euro







„Es weiß zu viel; zu viel hat es erlebt, denn es ist das älteste Dorf ringsumher. Es hat so viel Blut und Brand gesehen, so viel Ach und Weh vernommen, daß es zu schweigen lernte.“ Was sich wie ein Absatz aus Hermann Löns (1866 - 1914) Roman „Der Wehrwolf“ anhört, stammt aus der Novelle „Das stumme Dorf.

Denn bevor Löns sich im November 1909 an sein bedeutendstes Werk begab, hat er 1902 - 1909 im Harz und in der Heide zahlreiche novellistische und auch lyrische Vorstudien als Wehrwolf-Novellen und Wehrwolf-Lyrik geschrieben, die nun erstmals zusammen mit seiner späteren wehrwolfaffinen Belletristik gesammelt werden, darunter: 

1902 Ein Sommertag am Südharz                                                

1904 Im Bebertal                                                                            

1904 Der Beberteich                                                                  

1905 Harzträume                                                                             

1906 Die rote Beeke                                                                    

1907 Das Blachfeld                                                                        

1909 Der Hellweg                                                                          

1909 Das stumme Dorf                                                                 

1911 Der Wahrbaum                                                                  

1912 Unter dem Machangelbaum                                                  

1913 Das taube Tal  

Wehrwolf-Lyrik (13 Balladen)   

                                                                                     



Band 7 (2020)                                                                                        110 Jahre bäuerliche Utopie „Dahinten in der Haide“                Löns´ autobiographischer Lebensreform-Roman einer Sehnsucht nach einem naturgemäßen Leben 1910 - 2020                                    174 S. mit 50 Abbildungen                                                                      Eleganter Glanz-Paperback 20 cm x 13,5 cm                                        ISBN 978-3-946366-77-5                                                                29,80 Euro









Erstmals wird eine umfassende Dokumentation und Analyse von Löns´ wohl bis heute am meisten unterschätzten Romans „Dahinten in der Haide“, den er vom 7. - 21. Mai 1909 schrieb und der im Juli 1910 als Buch veröffentlicht wurde. präsentiert.

In keinem anderen Roman hat Löns sich selbst und das Wunschbild, das er von sich und seinem Leben hatte, so offen und detailliert dargestellt wie hier in der Figur des Dr. Lüder Volkmann, der auf den Hof seiner Vorfahren in Riethagen südlich von Walsrode zurückkehrt.

Die von ihm seit Jahren in Essays und Zeitungs-Feuilletons formulierte Gesellschaftskritik am „Konsumzeitalter“, an der „Asphaltkultur“ der Großstadt, an der Industrialisierung der Heide und der Verhunzung der Landschaft, Vorschläge zur Lebensreform eines naturgemäßen Lebensstils mit Konsumverzicht und Bescheidenheitsethos, aktivem Natur- und Landschaftsschutz, die Jagd als mögliches Mittel für den Großstädter, um zur Natur zurückzufinden (womit Löns sich jedoch  irrte), sowie das bäuerliche Leben als utopischer Lebensentwurf auch für den Stadtbewohner, hat Löns erstmals umfassend in „Dahinten in der Haide“ belletristisch umgesetzt.

Zu Lebzeiten Löns´ war „Dahinten in der Haide“ mit einer Auflage von 14.000 Exemplaren sein meistverkaufter Roman und bis in die frühen 1920er Jahre zählte es immer noch zu den beliebtesten Titeln von ihm.

1936 wurde „Dahinten in der Heide“ unter dem Buchtitel recht verfremdend verfilmt, sowie 1917 und 1940 - 1942 als Feldausgabe für die Soldaten weit verbreitet, wenn der Roman auch vom NS-Regime nicht geschätzt wurde und 1943 im Gegensatz zu anderen Löns-Titeln der kriegsbedingten Papierkontingentierung zum Opfer fiel.

1964 wurde der Roman bei einer Gesamtauflage von ca. 300.000 Exemplaren ein letzte Mal von seinem Ursprungsverlag Sponholtz herausgegeben und nach 1995 wird er nicht mehr im Verzeichnis lieferbarer Bücher aufgeführt und dürfte im 21. Jahrhundert sogar Löns-Freunden unbekannt geworden sein.

Löns selbst schätzte „Dahinten in der Haide“ als übereilt in Druck gegebenes „Siebenmonatskind“ nicht sehr, obwohl es ihn beim erneuten Lesen sogar zu Tränen rührte.

Rezensenten lobten den Roman in den 1920er Jahren hingegen als den „tiefempfundensten von Löns“, als „eine der sonnigsten Schöpfungen von Löns“ und als „das gesündeste Werk von Löns, dem noch eine bedeutende Wirkung zuzutrauen“ sei.

Denn Löns´ Sehnsucht nach einem naturgemäßen, genügsamen Leben auf dem Land sowie seine frühe Kritik an der Großstadt mit ihrer oberflächlichen Talmi- und Pseudokultur sowie der landschaftszerstörenden Ölindustrie bei Wietze in der Heide (Fracking), sind heute aktueller denn je, wobei der Roman immer noch durch seine erstaunliche Sprachkunst mit der gelungenen Integration bäuerlicher Redewendungen und tradierter Sinnsprüche besticht.  

„Dahinten in der Haide“ ist zwar keine Blaupause für einen allgemein gültigen möglichen utopischen Lebensstil, sondern soll als Grüne Utopie eher Mut machen und optimistisch stimmen, dass ein jeder es selbst in der Hand haben kann, sein Leben durch ein ökologisches Bewusstsein ganz individuell naturgemäß umzugestalten und durch eine genügsame und ganzheitliche Lebensführung glücklich zu werden. Löns´ indirekte Maxime des Romans ist denn auch aktueller denn je: Lebensglück durch Konsumverzicht. 




Band 8 (2020)                                                                                              „Es ist Herbst in  mir geworden“                                                              Depression, Alkohol und Selbstmordgedanken in Werk und Briefen von Hermann Löns 1904 - 1914.                                                  256 S. mit 50 Abbildungen                                                                      Eleganter Glanz-Paperback 20 cm x 13,5 cm                                      ISBN 978-3-946366-78-2                                                                39,80 Euro

                                                                       







Erstmals werden die tragischen Seiten von Hermann Löns (1866 - 1914) in seinem letzten Lebensjahrzehnt von 1904 - 1914 aus seinen Schriften und Briefen dieser Zeit umfassend dokumentiert.

Wenn auch schon 1904 „die drei Mündungen seiner Waffe ihn angrinsten“, führte doch erst die Arbeitsüberlastung in Bückeburg und die unglückliche Liebe zu seiner 20 Jahre jüngeren Kusine Hanna Fueß 1909/10 zu Depressionen und Frustration, die er, obwohl vorher mehrere Jahre völlig enthaltsam, nun auch im Alkohol bis zur „Arbeitsunfähigkeit“ zu kompensieren versuchte.

Nachweislich ist belegt, dass Löns nach 3-jähriger Abstinenz als Antialkoholiker nach Bückeburg kam, erst dort aufgrund beruflicher und gesellschaftlicher Zwänge wieder regelmäßig Alkohol trinken musste, alkoholische Geschenke von seinem Arbeitgeber erhielt, später dann oft frustriert und deprimiert noch mehr Alkohol trank und Bückeburg als alkoholkranker Mann verließ. 

Nach mehreren Nervenzusammenbrüchen musste sich Löns im Frühjahr 1910 im Sanatorium in Bad Zwischenahn, wo ihm eine „starke Blutarmut und eine beträchtliche Nervenüberreizung“ diagnostiziert wird, auskurieren. Dort erlebte er jedoch auch wieder die gemütlichen und geselligen Seiten des Wirtshauslebens, die ihn dann zu zahlreichen Erzählungen inspirierten.

So produktiv er seit dem Sommer 1910 mit neuen Novellen und Liedern auch wieder in Hannover war, von dem schwersten Schlag seines Lebens, der Zerstörung seiner Familie durch das Verlassenwerden von Frau und Kind am 27. Juli 1911, erholte er sich nie.

Auf rastlosen Reisen 1911/12 im deutschsprachigen Ausland als „Hermann Heimlos“ „muß er sich Tag für Tag zwingen, um die Selbstmordgedanken los zu werden“, sodass er sich „am liebsten beerdigen ließe“.

Seit dem Sommer 1912 gibt ihm seine neue Lebensgefährtin, die 22-jährige Ernestine Sassenberg, zwar psychische Stabilität, doch ständig kränkelnd und erkältet, findet der nun 46-jährige Löns kein dauerhaftes Lebensglück, sodass er lebenslang „die Sehnsucht danach in Dichtung umsetzt“.

Seine Briefe und oft autobiographisch geprägten Natur-, Jagd- und Tiernovellen dieser Zeit kann man nur mit tiefer Erschütterung lesen, wie schlecht es ihm in den letzten Jahren seines Lebens gegangen ist.

Löns war real tatsächlich einer der Menschen, die er in seinen Romanen gezeichnet hat und „die mit sich selber und dem was man Schicksal nennt, den Kampf aufnehmen“.  Er selbst reflektierte sich als „Sehnsuchtsmenschen“, für den „Künstler sein keine Gnade, sondern eine Strafe ist“ und der „sich bescheiden muss und froh sein könne, bleibt er nicht ganz neben dem Leben liegen“. 

Erst Anfang 1914 scheint er seine jahrelange Krisis überwunden zu haben und trinkt auch keinen Alkohol mehr, da „das Kneipensitzen nur faul, dumm und krank macht“. 

Der bis zu seinem Soldatentod am 26. September 1914 nur kurze Fronteinsatz im 1. Weltkrieg war für ihn dann wohl die Gelegenheit, die Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben in der aktiven und scheinbar sinnstiftenden Teilhabe in einem großen Lebensereignis von nationaler Bedeutung zu externalisieren. Der jahrelange Krieg in ihm selbst fand so seinen Notweg in dem Ausbruch eines realen Krieges. 

Denn schon seit dem Sommer 1910 und besonders seit der Trennung von seiner Familie am 27. Juli 1911 war Löns nicht mehr derselbe, sodass als Zäsur in seinem Leben eine massive Persönlichkeitsveränderung, ein anderer Löns, mit einem anderen, einem zweiten Gesicht, mit gravierenden Folgen für seine Psyche und sein literarisches Schaffen attestiert werden kann.

Aus seiner eher pazifistischen Einstellung wird offene Kriegsbegeisterung und aus seiner ursprünglich verinnerlichten Heimatliebe wird lauter Hurrapatriotismus mit deutlicher Betonung der eigenen „Rasse“. Aus seinem schon konservativen Frauenbild wird oftmals direkte Frauendiskriminierung.

Löns´ großes Talent für die Kurzprosa ist, wenn auch mit deutlich weniger humorvollen Texten, erhalten geblieben. So hat er hat nach 1911 zwar noch einige sehr bedeutende Novellen geschrieben, doch meistens ältere Motive – wenn auch stets originell – oft nur noch variiert. 

An Lyrik hatte Löns kein Interesse mehr und zur Kreation eines größeren literarischen Werkes wie einem Roman war er mental nicht mehr fähig.

Aus dem dunklen Schatten von Löns´ tragischem Lebensschicksal strahlt jedoch bis heute vorbildlich als sein Ideal das belletristische Gesamtwerk mit mehr als 550 Erzählungen, 4 Romanen und mehr als 500 Gedichten und Liedern hell hervor.

So verdient Löns Bewunderung und Respekt, dass er, entweder trotz oder sogar nur aufgrund seiner tragischen persönlichen (und wohl auch genetischen) Disposition sein Leben doch irgendwie gemeistert hat, er ein derart umfangreiches und bedeutendes literarisches Werk schaffen konnte und selbst in seiner größten Lebenskrise noch so viel Schönes von bleibendem Wert kreiert hat.

Hermann Löns´ Bescheidenheitsethos, sein ökologisches Bewusstsein, seine Gesellschaftskritik und sein Engagement für Naturschutz und nachhaltige Entwicklung schon vor mehr als 100 Jahren kann uns heute mehr denn je Vorbild für unser eigenes Handeln sein.

Auch dass Löns es geschafft hat, seine jahrelangen Depressionen und Suizidabsichten durch kreatives Schaffen zu überwinden, sollte jedem, der sich einmal kurzzeitig in einer psychischen Ausnahmesituation befindet, in der sich Löns fast sein ganzes Leben befand, Hoffnung machen.  Denn so schlecht, wie es Hermann Löns gegangen ist, kann es einem gar nicht gehen.




Band 9 (2020)                                                                                          "Das Kneipensitzen macht nur faul, dumm und krank." 

Hermann Löns, der Alkohol, das Bier und die niedersächsische Wirtshauskultur um 1900                                                                            222 S. mit zahlreichen zeitgenössischen Abbildungen der von Löns regelmäßig besuchten Gaststätten                                              Eleganter Glanz-Paperback 20 cm x 13,5 cm                                    ISBN 978-3-946366-79-9                                                                        29,80 Euro  







Kaum ein anderer dürfte um 1900 innerhalb von 20 Jahren in Niedersachsen so zahlreiche Gaststätten aufgesucht haben wie Hermann Löns (1866 - 1914), der hier entweder berufsbedingt als Journalist und Schriftsteller recherchierte oder bei seinen unzähligen Jagd- und Angelausflügen sowie Radtouren übernachtete.  

Als wahrheitsliebender Chronist schilderte er in Essays und Novellen die gemütlichen aber auch die negativen Seiten vor allem des ländlichen Wirtshauslebens im Dorfkrug, dem sozialen Mittelpunkt des Dorfes, oder in                                                                    den für den beginnenden Fahrrad- und Wandertourismus ausgebauten Landgasthöfen.

Schon vor mehr als 100 Jahren warnte Löns sogar vor dem Verlust tradierter bierkultureller Werte, dem Ende des „alturgemütlichen Kneipenlebens“ und dem Desinteresse der Jugend daran. Er forderte den Erhalt von Traditionsgaststätten in ihrer ursprünglichen Gestalt und warb für die heimischen, niedersächsischen und westfälischen Biere wie das Alt, das Braunbier, das Broyhan, das Einbecker (Bockbier), die Hannöversche Lüttje Lage und das Söt (warmes Süßbier), die er allesamt über das Münchner und Pilsener stellte.

Er persiflierte die Biersteuer, Biertouristen, die aus Bayern importierten „Biermamsells“ und einen Hannöverschen „Bierkriegfrieden“ zwischen Biertrinkern, Brauereien und Wirten und formulierte humorvolle Benimmregeln für den Besuch von Bierfesten und wandte sich in den Waldwirtschaften gegen "alkoholistisches Biergeheul".

Seine Bier- und Wirtshausgeschichten von 1894 - 1914 und die Gaststättenberichte aus seinen Städteessays ergeben so ein beeindruckendes und umfassendes Bild der niedersächsischen Bier- und Gasthauskultur um 1900 vom Harz bis ins Ammerland, von Osnabrück, Einbeck, Hannover und Celle bis in die Lüneburger Heide, die Löns stets bierlaunig mit viel Humor, Tragikomik und Lebensweisheit geschildert hat.    

Löns, dessen Vater in Bochum-Riemke geboren war und dessen Familie im angrenzenden Herne-Eickel im östlichen Ruhrgebiet selbst mehr als 200 Jahre den Gasthof "Löns-Mühle" seit 1736 führte, ist in seiner Münsterschen Studentenzeit durch Professor Hermann Landois, der sich gerne mit einer Bierflasche „krönte“, zum Alkohol gekommen, trank in der "Stadt der reinen Gemütlichkeit" am liebsten aus dem „Bullenkopp“ und sah der „Altbier-Prüfungskommission“ zu. In Göttingen war er Mitglied des berüchtigten studentischen „Klub der Bewußtlosen“, der den „Teufelsleck“ bevorzugte.

Löns selbst hatte zeit seines Lebens ein zeitlich stets differenziertes Verhältnis zum Alkohol und zu Kneipenbesuchen. So konnte er jahrelang abstinent sein und trank selbst im Wirtshaus dann nur Kaffee und Selterswasser. Anderseits schätze er seinen Stammtisch in Hannover und genoss gerne Warm- und Dünnbier in einer gemütlich-geselligen Gasthausatmosphäre, aber er trank in depressiven Lebensphasen in Bückeburg und Wiesbaden auch so viel, dass er manchmal tagelang arbeitsunfähig war und dadurch seinen Job verlor.

Unter seinem zeitweiligen übermäßigen Alkoholkonsum hat Löns selbst am meisten gelitten, sodass er die Warnung davor auch in seinen ersten beiden Romanen 1909 sowie einigen Novellen und sogar Gedichten eindrucksvoll belletristisch umgesetzt hat.

So hatte er ebenfalls schon richtig erkannt: „Es gibt überhaupt nichts, was im Übermaß nicht schädlich wäre. Alkoholismus ist eine Krankheit, weiter nichts, Symptom einer Willensschwäche, Mangel an Hemmungen.“

Auch mit seinem alkoholischen Lebensfazit „Das Kneipensitzen macht nur faul, dumm und krank“ hat Löns schon vor 100 Jahren ein aktuelles Trinkmotto vorweggenommen: "Bier bewusst genießen!"            


Inhalt

Hermann Löns – Chronist der niedersächsischen Bier- und Wirtshauskultur um 1900

Löns als Bierstudent in Greifswald und Göttingen                   

Hermann Löns in den Altbierküchen von Münster, der "Stadt der reinen Gemütlichkeit" um 1890                  

Löns´ Gasthauserlebnisse 1903 im Salzburger Land                 

Das Einbecker

Alturgemütliches Osnabrück                                                                                  

Hannöversches: Biersteuer, Bierkrieg & die Lüttje Lage        

Niedersächsische Wirtshäuser um 1900                               

Löns´ Alkoholabsturz in Bückeburg 1909                 

Wirtshauslyrik

Löns als "Dichter der Heideschenken" 1905 - 1913                                     

Hermann Löns als Anti . . .                                               

Von Hermann Löns häufig besuchte Gaststätten                    

Literatur  




Band 10 (2021)                                                                                            Der neue Krug  

Sämtliche niedersächsischen Bier- und Wirtshausgeschichten            von Hermann Löns 1894 - 1914                                                            320 S. mit 60 zeitgenössischen Abbildungen der von Löns regelmäßig besuchten Gaststätten                                                        Eleganter Glanz-Paperback 20 cm x 13,5 cm                                ISBN 978-3-946366-80-5                                                                        29,80 Euro  

Zum Tag des Deutschen Bieres am 23. April erschienen






Kaum ein anderer dürfte um 1900 innerhalb von 20 Jahren in Niedersachsen so zahlreiche Gaststätten aufgesucht haben wie Hermann Löns, der hier entweder berufsbedingt als Journalist und Schriftsteller recherchierte oder bei seinen unzähligen Jagd- und Angelausflügen sowie Radtouren übernachtete.     

Als wahrheitsliebender Chronist schilderte er dann in Novellen und Essays die gemütlichen aber auch die negativen Seiten vor allem des ländlichen Wirtshauslebens im Dorfkrug, dem sozialen Mittelpunkt des Dorfes, oder in den für den beginnenden Fahrrad- und Wandertourismus ausgebauten Landgasthöfen.

In seinen humorvollen Erzählungen persiflierte er die Biersteuer, Biertouristen, den Biergarten als Heiratsinstitut, die „aus Bayern importierten Biermamsells“, einen „Bierkriegfrieden“ zwischen Biertrinkern, Brauereien und Wirten und gibt humorvolle Benimmregeln für den Besuch von Bierfesten wie dem alljährlichen Schützenfest, die heute immer noch gültig sind.

Der „Dichter der Heide“ wird in zahlreichen Geschichten zum „Dichter der Heideschenken“, der gemütliche Dorfkneipen beim „Erntebier“ schildert und pfiffige Wirte und ihre klugen Töchter zu Helden macht, aber auch tragische Dorfgestalten benennt, die aus der Lebensbahn geworfen wurden oder gar im Alkoholrausch einen Totschlag begangen haben, nun auch im Alkohol keinen Trost finden, entweder scheitern oder sich wieder erfolgreich zurück ins Leben kämpfen.

Wenn Löns, der besonders die heimischen Biere wie das traditionelle Braun- und Bockbier schätzte, nicht umhinkommt, auch damalige Kneipenschlägereien zu schildern, so steht doch stets die Gemütlichkeit und Geselligkeit im Gasthaus im Vordergrund, wo dann beim offenen Kaminfeuer philosophiert wird und aus Fremden Freunde werden.

Erstmals werden seine sämtlichen 30 niedersächsischen Bier- und Wirtshausgeschichten von 1894 - 1914 nun komplett nach 100 Jahren wiederveröffentlicht und werden ergänzt durch die Gaststättenberichte aus seinen Städteessays. Sie alle zusammen geben so ein beeindruckendes und umfassendes Bild der nieder-sächsischen Bier- und Gasthauskultur um 1900 vom Harz bis ins Ammerland, von Einbeck, Osnabrück, Hannover und Celle bis in die Lüneburger Heide, die Löns stets bierlaunig mit viel Humor, Tragikomik und Lebensweisheit geschildert hat.     

Ein umfangreiches Nachwort von Detlef Münch, Mitglied des Hermann-Löns-Verbandes und der Gesellschaft für Geschichte des Brauwesens sowie Herausgeber der Dortmunder Bier Zeitung mit fränkisch-westfälischer Biertradition seit 1622, zu „Hermann Löns und die niedersächsische Bier- und Wirtshauskultur um 1900“ runden mit Erläuterungen und zahlreichen zeitgenössischen Abbildungen zu den von Löns häufig besuchten niedersächsischen Gaststätten den Band ab. 


Inhalt                  

1888 Im Mühlengarten (Kapitelauszug aus Platonische Liebe)    

1888 Der Trunkenbold                                                                    

1894 Tabak- und Biersorgen 

1896 Die Kegelreise

1898 Biermamsells

1898 Eingeregnet (Landregen)

1900 Im Zoologischen Garten

1901 Lebensregeln für Bierfeste

1903 Die Lustbarkeitssteuer                                                           

1906 Bierkriegfrieden

1907 Siehst du wohl, das kommt davon

1907 Der Verschwender

1905 Im blauen Schimmel                                                               

1908 Der neue Krug                                                                         

1909 Doppelte Liebe (Kapitelauszug aus Der letzte Hansbur)                                                                        

1909 Der Blaurand (Kapitel aus Der letzte Hansbur)                                            

1909 Wirt Nordhoff (Kapitel "Das Käuzchen" aus Dahinten in der Haide)  

1909 Bauernmal im weißen Roß (Kapitelauszug aus Dahinten in der Haide)                

1910 Die Browning (Heinz Lüders)                                                                         

1910 Das Naturdenkmal Die sieben Steinhäuser                                                                 

1910 Erntebier im blauen Himmel (Kapitelauszug aus Das zweite Gesicht)                        

1910 Im Schneekrug (Kapitelauszug aus Das zweite Gesicht)          

1911 Unter dem Schornsteinkleid        

1912 Landregen                   

1913 Der Monarch                                                                        

1913 Kiepenklaus

1913 Rosenwillem                                                                              

1913 Die alte Schänke     

1914 Lehrer Eggerding (Das Schulhaus)

1914 Jan                                                                                           

Hermann Löns und die niedersächsische Bier- und Wirtshauskultur um 1900

Bibliographie   



Band 11 (2021) 

Schorse und die Lüttje Lage  

Sämtliche Hannöverschen Bier- und Wirtshausgeschichten von Hermann Löns 1894 - 1907                                                                      274 S. mit 40 zeitgenössischen Abbildungen der von Löns  besuchten Hannoverschen Gaststätten                                          Eleganter Glanz-Paperback 20 cm x 13,5 cm                                            ISBN 978-3-946366-81-2                                                                              29,80 Euro  

Anlässlich 495 Jahre Hannoversches Broyhan-Bier seit 1526  am 31. Mai erschienen.





Hermann Löns, der seit 1893 mit Unterbrechung 1908/09 in Hannover 20 Jahre als Lokalredakteur und Journalist u.a. auch unter dem Pseudonym Fritz von der Leine tätig war, verkehrte schon „berufsbedingt“ häufig in den dortigen Gaststätten, war ein profunder Kenner der Hannöverschen Bierkultur um 1900 und hat darüber 30 Biergeschichten geschrieben, die jetzt erstmals nach mehr als 1o0 Jahren wiederveröffentlicht werden.

In seinen humorvollen Erzählungen persiflierte er die Biersteuer, Biertouristen, den Biergarten als Heiratsinstitut, die „aus Bayern importierten Biermamsells“, den Hannoverschen „Bierkriegfrieden“ zwischen Biertrinkern, Brauereien und Wirten und gibt humorvolle Benimmregeln für den Besuch von Bierfesten wie dem alljährlichen Schützenfest, die heute immer noch gültig sind.

Löns, in Hannover Mitglied des Stammtisches „Höllenhund“, verehrte das Braunbier, das Broyhan (obergäriges Schankbier), die „hiesige Weiße“ (Weizenbier) und vor allem die traditionelle Lüttje Lage, die er in Hommagen mit Schorse – einem „Fachmann für kleine Lagen“ – ausgiebig pflegte, mit ihm dann lustige Kegelreisen und Radtouren machte, sowie zahlreiche Restaurants in der Eilenriede, in Döhren, der Seelhorst, dem Kronsberg und dem Benther Berg bei einem „Zug durch das Leinetal“ besuchte.

Satirisch nahm Löns in Bierlaune jedoch auch zu anderen Hannoverschen Tagesereignissen anno dazumal, wie der (auch heute noch sehr aktuellen) Aufstellung von Ratskandidaten und ihren Fähigkeiten mit bieriger Wahlwerbung, den pseudowissenschaftlichen Praktiken einer Hannoverschen Gesundheitskirche und dem Verbot von erotischer Literatur in Gesprächen mit seinem Bierfreund Schorse bierernst Stellung.

Vor allem mit seinen zahlreichen Schorse-Geschichten um 1900 gilt er als der „Dichter der Lüttjen Lage“. Denn letztendlich war Löns immer eins besonders im Leben und in seinen Geschichten wichtig: Die „Alturgemütlichkeit“ in Hannover, der er schon 1894 ein lyrisches Denkmal gesetzt hatte:

                                                                            Solang´ man Lüttje Lagen Noch schenkt in manchem Haus,                                                                              Solang´ stirbt die Gemütlichkeit In Hannover auch nicht aus. 

Hannover kann zu Recht stolz darauf sein, dank Hermann Löns einen stets der Wahrheit verpflichteten Chronisten seiner städtischen Bierkultur und des Kneipenlebens um 1900 sowie dank Löns´ Schorse sogar einen Literaten der Lüttje Lage, des „Hannöverschen Nationalgetränks“, zu haben.

Ein umfangreiches Nachwort von Detlef Münch, Mitglied des Hermann-Löns-Verbandes und der Gesellschaft für Geschichte des Brauwesens sowie Herausgeber der Dortmunder Bier Zeitung mit fränkisch-westfälischer Biertradition seit 1622, zu „Hermann Löns und die Hannöversche Bierkultur um 1900“ runden mit Erläuterungen und zahlreichen zeitgenössischen Abbildungen zu den von Löns in Hannover und Umgebung besuchten Gaststätten den Band ab.

Inhalt:

1894 Tabak- und Biersorgen                                                                                                                 

1894 Ein Juniabend im Tivoli                                                        

1894 Nachmittags vor Kröpcke                                                       

1894 Winterlicher Spaziergang                                                     

1896 Die Kegelreise                                                                               

1896 Steuerobjekte                                                                              

1896 Die Radfahrerschule in Bella Vista                                          

1897 Auf dem Rade durch die Eilenriede

1897 Die Mühlenschenke auf dem Kronsberge                                         

1898 Die Biermamsells vom Schützenfest                                    

1898 Landregen                                                                                

1898 Elektrisch                                                                                                                                                 

1900 Sommersonntag in der Seelhorst                                              

1900 Im Zoologischen Garten                                                             

1900 Lex Heinze                                                                            

1900 Verfügung                                                                              

1901 Lebensregeln fürs Schützenfest                                          

1902 Musik mit Natur                                                                    

1902 Die Gesundbeterin                                                                     

1902 Flüsterverbot nach Bierminuten                                            

1902 Weihnachtsgeschenke                                                          

1903 Der Tiergarten                                                                      

1903 Die Lustbarkeitssteuer                                                           

1903 Der Bürgervorsteher                                                               

1903 Kandidatenfragen                                                                 

1904 Das Wirtshaus bei Döhren an der Leine                                                                                

1906 Bierkriegfrieden                                                                       

1907 Siehst du wohl, das kommt davon                                         

1907 Der Verschwender                                                               

1907 Schorses lüttje Schulaufsätze                                                        

1912 Die Kriegstrompete                                                                    

Hermann Löns und die hannöversche Bierkultur um 1900

Von Hermann Löns´ besuchte hannöversche Gaststätten  

     



Band 12 (2021)                                                                                        Jasch                                                                                                                  Frühe Prosa aus Deutsch Krone und Greifswald 1887 - 1888 

Hermann Löns´ sämtliche Jugendnovellen erstmals gesammelt und mit einem Nachwort herausgegeben 

214 S. mit 40 zeitgenössischen Abbildungen                         Eleganter Glanz-Paperback 20 cm x 13,5 cm                                  ISBN 978-3-946366-82-9                                                                        29,80 Euro  



„Mitten in einer dichten Kiefernschonung, wo der gelbe Sandweg sich gabelte, stand ein alter, flechtenbewachsener Wegweiser. Sein rechter Arm hatte sich in elegischer Weise gesenkt, wahrscheinlich seiner poetischen Aufschrift wegen `Nach Hedwigsruhe eine halbe Meile´, während der linke mit den nüchternen Worten `Nach Rohrwiesen eine halbe Meile´ sich noch einer prosaisch straffen Haltung befleißigte.“ 

Schon Löns´ erste jemals veröffentlichte Zeile am 18. September 1887 seiner ersten Novelle „Jasch – eine westpreußische Geschichte“ über das tragische Alkoholiker-Schicksal eines Pferdeknechts in Deutsch Krone zeigt sein frühes großes Talent für die Kurzprosa, ist echt lönsisch und hätte aufgrund seiner detaillierten Beschreibung des Dorflebens, der Landschaft und der handelnden Personen auch in seinem niedersächsischen Hauptwerk um 1910 verfasst werden können.
Erstmals werden Löns´ frühesten Novellen von 1887/88 gesammelt herausgegeben.
„Platonische Liebe“, „Der Sekundantenschuß“ und „Der Vampyr“ sind hingegen zumeist tragische, stark autobiographisch geprägte Geschichten aus dem Studentenmilieu zu Liebe und dem Duellwesen in der Universitätsstadt Greifswald in den 1880er Jahren.
Löns frühe Erzählungen sind nach nun mehr als 130 Jahren auch heute noch mit Genuss und Gewinn zu lesen, erschließen ein Stück deutscher Vergangenheit in Pommern und Westpreußen und stellen bedeutende Dokumente für das Verständnis des späteren literarischen Hauptwerks von Löns dar.
Ergänzt werden die ortsgebundenen Novellen mit 40 zeitgenössischen Abbildungen sowie um Löns´ zahlreichen Gedichte aus dieser Zeit als Hommage an Deutsch Krone und Greifswald. 




 

Band 13 (2021)                                                                                    Pikante Lektüre                                                                                              Erotische Prosa aus der Studentenzeit 1888 - 1889 

10 bisher unbekannte Novellen und Essays von Hermann Löns aus der frivolen Zeitschrift "Caviar" erstmals nach 130 Jahren und mit einem Nachwort herausgegeben. 

158 S. mit 30 Abbildungen aus dem "Caviar"                         Eleganter Glanz-Paperback 20 cm x 13,5 cm                                ISBN 978-3-946366-83-6                                                                        29,80 Euro  

 

 






Am 22. Juni 1888 hatte Hermann Löns (1866 - 1914) seinem Kommilitonen Max Apffelstaedt mitgeteilt, dass er „jetzt anonym für den C-a-v-i-a-r schreibe“. Erstmals werden nun diese 10 frühen erotischen Novellen und Essays aus Löns´ Studentenzeit in der frivolen und Ende 1891 faktisch verbotenen Zeitschrift „Caviar – Pikante und heitere Blätter“ von 1888/89 gesammelt heraus-gegeben.   

In den Beiträgen, die Löns als 22-Jähriger vornehmlich aus pekuniären Gründen unter dem Pseudonym Fritz von Dresden verfasst hat, und die deutlich über dem literarischen Niveau der sonst im „Caviar“ erschienenen Artikel stehen, behandelt er, an seine Fritz-von-der-Leine-Plaudereien seit 1894 erinnernd, äußerst humorvoll schon erotische Themen und Motive, die er später auch in einigen seinen seriösen Literaturessays, Novellen und dem Liebesroman „Das zweite Gesicht“ verwendete.
Löns´ Liebesgedichte aus dieser Zeit und seine erotische Prosa im „Caviar“ sind ein beeindruckendes Zeitzeugnis seiner damaligen sexuellen Disposition, die er auch in Literatur transferierte und die heute nach mehr als 130 Jahren immer noch mit Genuss und Gewinn zu lesen sind.

 

Inhalt:
Fragment aus dem Briefe eines Mormonen
Das Muttermal an der unrechten Stelle
Etwas über den Geschmack
Kein Storch mehr!
Pikante Lektüre. Literarisch-moralische Epistel
Das „Ding an sich“ (Abb. s. Buchcover)
Der Cancan
Trouviller Aquarelle. Ein Badebrief
Die Vegetarier der Liebe
Das Herz. Ein Stückchen Anatomie
Erotische Studentenlyrik                                                                                                                                                                                          Nachwort




Band 14 (2021)                                                                                                "Am liebsten ließe ich mich beerdigen."                                                      Hermann Löns letzte Lebensjahre nach der Trennung von seiner Frau am 27. Juli 1911 bis zum Tod am 26. September 1914. 

206 S. mit 30 Abbildungen                                                                            Eleganter Glanz-Paperback 20 cm x 13,5 cm                                            ISBN 978-3-946366-84-3                                                                              39,80 Euro










Die Ehefrau Lisa Hausmann und sein kleiner Sohn gaben dem seit seiner Jugend ruhelosen Hermann Löns (1866 - 1914) bürgerliche Stabilität und Freiräume für sein belletristisches Schaffen, das 1909 seinen Höhepunkt erreichte. Das Verlassenwerden von Frau und Kind am 25. Juli 1911 war daher eine drastische Zensur in seinem Leben, die auch eine negative Persönlichkeitsänderung von Löns bewirkte, den danach bis zu seinem Soldatentod Selbstmordgedanken und Todesahnungen quälten. Die „Wilde Ehe“ mit Ernestine Sassendorf seit 1912 und seiner wohl nur teilweise erfüllten „Sehnsucht nach ein bischen Glück“ verhinderte Schlimmeres.

Wenn Löns seit dem Teufelsjahr „Anno diaboli“ 1911 auch zu keinem größeren literarischen Werk wie einem Roman mental mehr fähig war, konnte er doch bis zu seinem Tode immer noch bedeutende Novellenbände kreieren, so „Haidbilder“, „Mein buntes Buch“, dem weltweit ersten belletristischen Biotoptypenbuch, sowie mit „Die Häuser von Ohlendorf“, einem beeindruckenden und dokumentarischen Zeugnis über das an tragischen Einzelschicksalen geschilderte niedersächsische Dorfleben im 19. Jahrhundert.

In einigen Jagd- und Tiernovellen 1913/14 spiegelt sich in grausamen Tierschicksalen zudem oftmals sogar seine eigene persönliche Disposition dieser Zeit. 

Mit zahlreichen ökologischen Texten und Essays war Löns in seinen letzten Lebensjahren zudem für die Naturschutzbewegung so aktiv wie nie zuvor. Bis heute ist Löns sprichwörtlich geblieben mit Aussagen dazu wie „Die Natur ist unser Jungbrunnen; … schwächen wir sie, so schwächen wir uns, morden wir sie, so begehen wir Selbstmord“ sowie „Pritzelkram ist der Naturschutz, so wie wir ihn haben. … Die Naturverhunzung arbeitet `en gros´, der Naturschutz `en detail´“.

Doch an der Westfront im 1. Weltkrieg konnte er den Krieg in sich selbst externalisieren und sein Ende am 26. September 1914 war so, wie er es mit seinem empfundenen „Zweiten Gesicht“ in zahlreichen Novellen und im „Wehrwolf“ geschildert hatte. Er sah sich als „nicht mehr nötig auf der Welt“, „passte nicht mehr in die Welt“ und „starb den besten Tod“ „in dem häßlichen Schlamm, naß und schmutzig“.  

                 



Band 15 (2022)                                                                                                  "Der ganzen Menschheit muß wieder eine naturgemäße Denkweise beigebracht werden."                                                             Friedrich Eduard Bilz als früher Pionier für ökologisches Bewusstsein und eine nachhaltige Lebensweise 1882 - 1922  

Zum 100. Todestag von F. E. Bilz am 30. Januar 2022 

178 S. mit 45 Abbildungen                                                                            Eleganter Glanz-Paperback 20 cm x 13,5 cm                                            ISBN 978-3-946366-85-0                                                                              29,80 Euro







Der Lebensreformer und Naturheilkundler Friedrich Eduard Bilz (1842 - 1922) aus Dresden-Radebeul hat sich früh seit 1882 für ein (prä)ökologisches Bewusstsein und eine naturgemäße Lebensweise, die man heute als nachhaltige bezeichnen würde, engagiert. Dies versuchte er besonders seit 1894 in der 100.000fach zu seinem erfolgreichen Naturheilkundebuch verteilten Broschüre „Wie schafft man bessere Zeiten?“, in dem voluminösen futuristischen Sachbuch „Der Zukunftsstaat“ (im Jahre 2000) und der darauf aufbauenden Öko-Utopie „In hundert Jahren“ als „Naturstaat im Jahre 2048“ zu popularisieren.

Betroffen durch die negativen sozialen und ökologischen Auswirkungen der Industrialisierung, kritisierte er, dass die Menschen ihrer „großartig und vollkommenen Erde gar nicht wert seien“, aufgrund ihrer Überkultur und Überzivilisation, „durch die sie aus dieser schönen Erde ein Jammertal und eine Stätte des Elends und des Verderbens gemacht haben.“

Friedrich Schillers Analyse 1795 zu Naturliebe, Naturempfinden und Naturentfremdung des Menschen transferierte er zu einer naturgemäßen Lebensweise nach einem „göttlichen Naturgesetz“. Noch vor der Naturschutzbewegung von Ernst Rudorff um 1900 warnte er vor ökologischen „Übelständen“, „welche durch uns Menschen selbst geschaffen wurden und womit wir uns oft sehr empfindlich schaden, ohne daß wir es nur ahnen.“

In seiner Öko-Utopie setzte er durch einen „Naturstaat“ ein ressourcenschonendes Bescheidenheitsethos mit Konsumverzicht, Umweltbildung, regenerative Energien, Gartenstädte, Elektromobilität, eine vegetabilische Landwirtschaft sowie Tierschutz belletristisch um. Er agitierte gegen „naturwidrige“, künstlich erzeugte, eingebildete „Bedürfnisse“ und warb für ein einfaches, bescheidenes Leben in Harmonie mit seinen Mitmenschen und im Einklang mit der Natur sowie einer nachhaltigen Technik.

Doch angesichts des Misserfolges seiner langjährigen ökologischen Bemühungen forderte er engagiert, dass „der ganzen Menschheit wieder eine naturgemäße Denkweise beigebracht werden muss“. Ansonsten schreckte er auch vor radikalen Maßnahmen zum Schutz der Wälder wie einer Bodenreform mit Verstaatlichung von Grund und Boden nicht zurück. Denn schon 1904 konstatierte Bilz, dass „wenn die gegenwärtige Generation nun einmal noch nicht fähig ist, sich auf allen Gebieten vernünftig und naturgemäß einzurichten, so muß sie einfach unter Vormundschaft gestellt werden, bis sie das Naturgemäße, das vernünftige Denken und Handeln, gelernt hat.“

Bilz´ ökologische Agitation und Argumentation vor 100 Jahren ist angesichts globaler Umwelt-, Klima-, Corona- und Finanzkrise heute aktueller denn je und die Realisierung seines Naturstaates im Jahr 2048 war selten so notwendig wie jetzt, bevor die Menschheit ihre natürlichen Lebensgrundlagen endgültig irreparabel zerstört hat. 




Für 2022 - 2024 sind geplant:

Band 17: "Etwas Besseres, Bequemeres, Billigeres wie das Fahrrad wird nie erfunden werden,"                                                      Hermann Löns, die Popularisierung des Radfahrens in den 1890er Jahren als Massenphänomen und                        die von ihm antizipierte Zukunft des Radverkehrs im 21. Jahrhundert.

Band 18: "Nein, das Beste an der Jagd ist nicht der Schuß. Das Schönste ist das freie Leben da draußen."                                    Zur Aktualität von Hermann Löns Jagdkritik 1903 - 1914

Band 19: Weiberliebe, Säbelhiebe und Revolutionslyrik                                                                                                                           Hermann Löns als schriftstellender Student in Greifswald, Göttingen und Münster 1886 - 1891

Band 20:  110 Jahre "Der Wehrwolf" und seine Folgen II                                                                                                                             Zur Rezeption von Literaturwissenschaft, Subkultur und Rechtsextremismus 1946 - 2020

Band 21: "Pritzelkram ist der Naturschutz. Die Naturverhunzung arbeitet en gros, der Naturschutz en detail"                      Sämtliche umweltsoziologischen Agitationsschriften von Hermann Löns für den Arten- und                                  Biotopschutz, ökologisches Bewusstsein und nachhaltige Entwicklung sowie seine Naturschutz-                        prosa und -lyrik 1896 - 1913

Band 22: "Morden wir die Natur, so begehen wir Selbstmord"                                                                                                          Hermann Löns als Pionier für Naturschutz, ökologisches Bewusstsein, Umweltsoziologie,                                      Umweltpädagogik und nachhaltige Entwicklung 1896 - 1914   

Band 23: Hermann Löns´ sparsamste Symbolik                                                                                                                                   Runen, Kesselhaken, Wolfsangel und Hakenkreuz bei Hermann Löns 1902 - 1914

Band 24: "Wenn ich einen Tag in Bückeburg bin, muß ich acht Tage lang hinterher brechen."                                                    Hermann Löns und sein literarischer Höhepunkt in der "Burg des Bückens" 1907 - 1910

Band 25: "Jede Kleinigkeit wird aufgebauscht, jeder Wicht zum Helden gestempelt,                                                                  jeder Narr zum Original gemacht."                                                                                                                                        Hermann Löns als früher Gesellschaftskritiker des "American way of Life" mit einem "in Äußerlich-                        keiten verflachten und durch Gelddenken eingeengten Leben" 1896 - 1914

Band 26: Hermann Löns in Münster, "der Stadt der reinen Gemütlichkeit" und Umgebung 1884 - 1891                                 Greven, Handorf, Kinderhaus, Ladbergen, Mecklenbeck, Telgte

Band 27: "O schaurig ist´s in der Haide!"                                                                                                                                                  Hermann Löns und die Transformation der Heide-Lyrik von Annette von Droste-Hülshoff in Prosa

Band 28: "Es sieht manches wie ein Unglück aus und nachher wird es uns zum Segen."                                                            Mit 365 Sinnsprüchen von Hermann Löns durch das Jahr.